Ein Netzwerk im Aufwind

Das diesjährige Treffen wurde von RECFAM, unserem WAN-Partner in Ghana, organisiert.
Die offizielle Eröffnungsfeier fand unter dem Vorsitz von Hawawu Boya Gariba, Vizeministerin für Angelegenheiten von Frauen und Kindern, statt. In ihrer Ansprache unterstrich Frau Boya Gariba, wie wichtig es sei, eine echte und effiziente Migrationspolitik einzurichten und jugendlichen Migranten einen schutzgebenden Rahmen zu bieten.
Alle 12 Mitgliedstaaten des WAN nahmen an diesem Treffen teil. Sie wurden von MitarbeiterInnen der Kinderschutz-Ministerien oder den NGOs vertreten, die für die Koordination des WAN in ihrem Land zuständig sind. Mit Benin, Ghana, Nigeria und Togo wurden offiziell vier neue Staaten ins Netzwerk aufgenommen. In diesen Ländern übernehmen die NGOs ESAM (Benin), RECFAM (Ghana), Save the Child Initiative (Nigeria) und Espace Fraternité (Togo) die WAN-Koordination. Was die Vorbereitungen für die Integration von Kap Verde, Liberia und Sierra Leone betrifft, so werden sie im nächsten Jahr gestartet. Debatte zum Thema „Migration und Entwicklung“
Zum Auftakt des Globalen Forums für Migration und Entwicklung, welches gleich nach dem Jahrestreffen des Pilotkomitees in Genf stattfand, wurde eine Debatte veranstaltet, an der sich die Mitglieder des Pilotkomitees, diverse Vertreter von ghanaischen NGOs und Behörden wie auch mehrere internationale Organisationen beteiligten. Diese Debatte zum Thema „Jugendliche Migranten, Entwicklungsvoraussetzungen und Faktoren für eine einen positiven Wandel“ bot die Gelegenheit, wieder einmal zu betonen, wie bereichernd eine freiwillige, reguläre und sichere Migration nicht nur für Kinder und Familien, sondern auch für die betroffenen Länder sein kann.
Migration erlaubt multikulturellen Austausch, ermöglicht aber auch einen Transfer von Kompetenzen und Erfahrungen, von menschlichen und finanziellen Ressourcen, der für die Länder überaus nutzbringend ist. Deshalb ist es von grosser Bedeutung, dass die positiven Aspekte der Migration künftig ins rechte Licht gerückt werden und das negative Etikett, das dem Phänomen der Migration heute systematisch verliehen wird, in den Hintergrund tritt.
Baldige Einrichtung eines Regionalbüros
Anlässlich des Jahrestreffens verkündete der SSI die Eröffnung eines Regionalbüros in Ouagadougou, Burkina Faso, das während des ersten Halbjahres 2012 eingerichtet werden soll und für die Koordination des WAN zuständig sein wird. Die Ausschreibung zur Rekrutierung eines regionalen Vertreters und Koordinators wird in Kürze lanciert.
Von den Schweizer Partnern waren die Schweizerische Stiftung des SSI - vertreten durch ihren Direktor Rolf Widmer und den Verantwortlichen des WAN, Olivier Geissler - sowie das Institut der Rechte des Kindes (IDE) - vertreten durch seinen Direktor Jean Zermatten - in Accra anwesend. Jean Zermatten, aktueller Präsident des UN-Kinderrechtsausschusses, führte den Vorsitz der Veranstaltung.
Zum ersten Mal wurden auch zwei Beobachter an das Jahrestreffen geladen: Herr Olatunde Olayemi für den ECOWAS-Ausschuss und Herr Djibril Fall von Terre des Hommes Lausanne für das Regionalprojekt „Mobilität“. Diese Einladung beruht auf den Empfehlungen von Bamako, in denen eine bessere Koordination der Akteure auf regionaler Ebene verlangt wird.
Breites Engagement
Die verschiedenen Länder validierten in Accra die regionalen WAN-Standards zur Betreuung der Kinder. Das vielfältige Programm mit diversen Plenarsitzungen, Workshops und Besichtigungen vor Ort erlaubte zudem den fachlichen Austausch aller Beteiligten.
Der Schweizer Botschafter in Ghana, Togo und Benin lud die Teilnehmer zu einem Empfang, an dem er das Engagement der Schweiz auf dem Gebiet der Migration und insbesondere die Unterstützung des WAN durch die DEZA betonte. An dieser Stelle ist ausserdem zu erwähnen, dass die vom Westafrika Netzwerk eingeleitete Dynamik seit diesem Jahr durch die EU, die ECOWAS wie auch zahlreiche private und öffentliche Sponsoren unterstützt wird. Diese vielen Finanzpartner sind der Beweis, dass Bewusstsein und gemeinsame Verantwortung in Sachen Entwicklung, Migration und Schutz des Kindes bei unseren Partnern in Westafrika und auch in Europa ständig an Bedeutung gewinnen.
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